2.6 Boote der Hoffnung (Video)

Bei den Booten der Hoffnung handelt es sich um eine weit verbreitete Strategie in Afrika, auf der auch das Ghanaische HIV/AIDS Präventionsprogramm fußt. Zentral sind die Schutzmöglichkeiten Abstinenz, Treue und Kondomgebrauch. Die Boote der Hoffnung bieten so die Möglichkeit, christliche oder muslimische Geistliche und Konservative, die sich kategorisch gegen Kondome aussprechen, einzubinden. Gerade diese Einbindung ist in stark religiösen Gesellschaften wie Ghana wichtig.

Ziele:
Das Publikum weiß, wie man sich wirkungsvoll vor einer HIV-Übertragung schützen kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf sexueller Übertragung.

Materialien:
Gegenstände aus dem Ampelspiel
großes blaues Tuch mit drei aufgenähten Booten
laminierte Figuren – Personen verschiedenen Alters, verschiedener Tätigkeiten sowie Krokodile

[Die hierfür notwendigen Materialien sind über die John Hopkins University erhältlich]

Beschreibung:
Visualisierende Einheit mit Publikumsbeteiligung

Durchführung:
Nacheinander werden die drei Körperflüssigkeiten – Blut, Muttermilch und Geschlechtsflüssigkeiten – thematisiert.
Der Referent greift die Spritze und die Rasierklinge aus dem vorhergehenden Spiel heraus. Hierbei erscheint es uns wichtig, auf die Verwendung von Einwegspritzen, die nach Gebrauch verworfen werden und unserem Wissen nach krankenhausweit angewandt werden, hinzuweisen. In anderen Fällen kann der Übertragungsgefahr durch Sterilisieren, z.B. 10-minütiges Abkochen, vorgebeugt werden. Ein gemeinsames Benutzen der Rasierklinge, die zu einem geringen Preis erhältlich sind, sollte vermieden werden. Bei Friseuren verwiesen wir auf solche, die über Maschinen zur Sterilisierung verfügen.
Hinsichtlich Muttermilch müssen die Referenten im Vorfeld klären, welche Empfehlungen sie abgeben, da eine hygienische Zubereitung alternativer Produkte oft schwierig ist und somit Widerstandsfähigkeit und Wachstum stark beeinträchtigt. Wir empfehlen in absteigender Reihenfolge für den Fall einer Mutter mit HIV a) die Verwendung von Ersatzprodukten unter der Voraussetzung einer hygienischen Zubereitung; b) die Übernahme des Stillens durch eine andere, nachweislich HIV-negative Frau und zuletzt c) das Stillen des Kindes durch die infizierte Mutter.
Sexueller Verkehr ist jedoch nach bisherigen Erkenntnissen der häufigste Übertragungsweg in Afrika, weshalb wir uns darauf konzentrierten. Der Referent verwendet hierzu ein großes blaues Tuch mit drei aufgenähten Booten, die die Schutzmöglichkeiten ABC – „Abstinence“, „Being Faithful“, „Condom Use“ – symbolisieren, sowie verschiedene laminierte Figuren. Der blaue Hintergrund soll verdeutlichen, dass es sich um eine Flut, die HIV-Epidemie, handelt, in der man ohne geeignete Schutzmaßnahmen ertrinkt, sprich sich mit HIV infiziert. Zunächst werden einige Personen, die sich nicht gegen HIV schützen, geopfert, indem sie mit den Füssen nach oben in der Flut bzw. den Einstecktaschen des Tuches ertrinken. Niemand ist zum Ertrinken verdammt und so werden anschließend Figuren personalisiert und in möglichst glaubhaften kleinen Geschichten den verschiedenen Booten Abstinenz, Treue und Kondomgebrauch zugeordnet. In diesem Zusammenhang werden die Boote erläutert. Die Figuren können die Boote wechseln, wenn sich ihre Meinung oder Lebenssituation ändert. Wichtig ist, dass sie immer in einem der Boote bleiben, um sich zu schützen. Weiterhin ruft der Referent diejenigen, die schon einem der drei Boote angehören, dazu auf, anderen Freunden oder Bekannten in die Boote zu helfen. Abschließend kann man die Sicherheit bzw. Seetauglichkeit der einzelnen Boote thematisieren. Den sichersten Schutz bietet das Boot Abstinenz, wohingegen Kondome in wenigen Fällen platzen oder reißen können und Treue eben auch die Treue des Partners einschließt und sich somit einer völligen Kontrolle entzieht.

Dauer:
20 Minuten.

Probleme:
Das ABC-Konzept ist im Englischen schlüssig, verliert aber in der Regionalsprache und in anderen Sprachen seine Eselsbrücke.

Erweiterungen und Alternativen:
Nachdem das ABC-Konzept ausführlich erklärt ist, werden die laminierten Figuren im Publikum verteilt. Die laminierten Figuren werden nun durch Personen aus dem Publikum zugeordnet, indem diese einzeln vortreten. Die Personen erzählen, wahlweise in Amts- oder Regionalsprache, eine Geschichte zu ihrer Figur und stecken sie anschließend in eines der Boote oder in die Flut. Der Referent sollte sich einzelne Namen und Erzählungen merken, um später an diese anknüpfen zu können.
Diese Alternative hat sich im Vergleich zur oben beschriebenen bewährt, sie ist jedoch nicht auf Video dokumentiert.
Wenn kein Tuch zur Verfügung ist, können die Boote und Figuren auch gezeichnet und laminiert werden. Mit Brücken aus Papierstreifen lassen sich die einzelnen Boote verbinden, um die Möglichkeit des Wechsels darzustellen.

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